Berlin/Frankfurt, 28. März 2025 – Mit dem offiziellen Start der DeutschenVerwaltungscloud (DVC) rückt die Rechtsform eingetragene Genossenschaft (eG) in den Mittelpunkt der digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung: Die bereits 2019 gegründete, beim Amtsgericht Chartlottenburg in Genossenschaftsregister eingetragene govdigital eG ist jetzt operativ tätig.

Als zentrale Betreiberin des Cloud-Service-Portals übernimmt sie eine Schlüsselrolle bei der föderalen Vernetzung von IT-Leistungen – organisiert in genossenschaftlicher Verantwortung. Ein föderaler Marktplatz – getragen von öffentlicher Selbsthilfe. Die govdigital eG ist eine plattformorientierte IT-Genossenschaft, die eine sichere und souveräne Infrastruktur für digitale Verwaltungsangebote bereitzustellen soll. Ihr Prinzip: von der Verwaltung – für die Verwaltung. Mitglieder sind ausschließlich öffentliche IT-Dienstleister, darunter nahezu alle Bundesländer und viele kommunale Rechenzentren. Damit verkörpert govdigital eine moderne Form der Selbsthilfe öffentlicher Akteure, organisiert nach den Prinzipien des Genossenschaftswesens: demokratisch, solidarisch, subsidiär.

„Dass Bund und Länder sich auf die genossenschaftliche Trägerschaftverständigt haben, zeigt, dass sich auch in der digitalen Verwaltung kooperative Organisationsformen durchsetzen, wenn es um gemeinschaftlich verantwortete Infrastruktur geht“, sagt ein Sprecher der FITKO, die das Projekt im Auftrag des IT-Planungsrats koordiniert.

Demokratische Struktur statt Konzernabhängigkeit. Die Wahl der genossenschaftlichen Form war kein Zufall: Sie garantiert Mitbestimmung und Gleichberechtigung aller Mitglieder – ein wichtigerFaktor in einem föderalen System, in dem große wie kleine Länder, Kommunen oder ihre IT-Dienstleister partnerschaftlich zusammenarbeiten müssen. Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von Größe oder Umsatz. Diese demokratische Beteiligungsstruktur schützt die Verwaltungscloud vor Übernahmen, Zentralisierung oder kommerziellen Abhängigkeiten. „In einer Zeit, in der große US-amerikanische Cloud-Konzerne um die digitale Vorherrschaft wetteifern, setzt die Deutsche Verwaltungscloud bewusst auf eine genossenschaftlich getragene, souveräne Alternative“, betont Dr. Martin Schallbruch, Vorsitzender des Verwaltungsrats der govdigital.

Öffentliche IT-Wirtschaft im Aufbruch. Die DVC zeigt auch: Die öffentliche IT-Wirtschaft kann leistungsfähig, innovativ und professionell agieren – wenn sie sich vernetzt. Viele genossenschaftlich organisierte oder öffnungsoffene IT-Dienstleister wie Dataport, AKDB, ekom21 oder Komm.ONE bringen ihre Cloud-Angebote nun über das govdigital-Portal in den bundesweiten Markt ein. Statt Konkurrenzdenken dominiert das Prinzip der arbeitsteiligen Kooperation.

„Wir brauchen keine zentralstaatliche IT-Behörde und auch keinen Konzern-Cloud-Monopolisten – sondern eine starke, föderale Genossenschaft, in der wir gemeinsam Verantwortung tragen“, so ein Vertreter eines kommunalen IT-Dienstleisters aus Niedersachsen.

Sind Hosting Genossenschaften auch ein Modell für andere Bereiche? Die govdigital eG als Verwaltungscloud könnte Schule machen. Beobachter sprechen bereits von einem „genossenschaftlichen Blueprint“ für andere Bereiche staatlicher Digitalisierung: etwa bei der Verwaltung von KI-Diensten, bei Open-Source-Infrastrukturen oder föderalen Datenplattformen.

In einer zunehmend vernetzten Verwaltung, so die Hoffnung, werden Genossenschaften wieder zu dem, was sie auch historisch in Deutschland bereits einmal waren: Träger einer neuen Selbstorganisation – nur diesmal nicht im Banking, im landwirtschaftlichen Sektor oder im Wohnungsbau, sondern im digitalen Raum des Staates.

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