Genotalk: Ranking der Geno Verbände – ein Leistungsvergleich

Berlin/Bullay den 17.07.2024. Die Genossenschaftsverbände nehmen eine Reihe von hoheitlichen Aufgaben wahr, die, soweit die Mitglieder nicht selbst dazu in der Lage sind, ansonsten vom Staat wahrgenommen werden müssten. Durch die Pflichtmitgliedschaft in einem Genossenschaftsverband soll u.a. die Kontrolle der ordnungsgemäßen Geschäftsführung und die Erfüllung des genossenschaftlichen Förderauftrages sichergestellt werden. Letzteres geschieht auch im Rahmen der 53ziger Prüfung (GenG §53). Doch wer prüft die Prüfer?

Die GenoNachrichten beschäftigen sich seit September 2024 mit einer Grundlagenstudie zur genossenschaftlichen Selbstverwaltungsorganisation. Die Studie gliedert sich in drei Teile: Einer umfassenden Datenanalyse mit dem Ziel einer Bestandsaufnahme der zugelassenen Prüfungsverbände, deren Leistungsprofil sowie quantitativen Daten zur regionalen Verteilung (Geno-Ratio) der Genossenschaften nach Bundesländern. Der ebenfalls abgeschlossene Teil 2 bestand aus Experteninterviews mit Genossenschaftsvorständen, Verbandsprüfern und Wirtschaftsprüfern.   

Teil 3 dient der Verifizierung der Untersuchungsergebnisse. Dieser Untersuchungsteil besteht aus einer Online-Befragung von 1.500 Vorständen und Führungskräften der ersten Leitungsebene. Genossenschaftliche Prüfungsverbände, die an einem eigenen Profil interessiert sind, können im Rahmen einer Kontrollgruppe ebenfalls an dem Projekt teilnehmen. In diesem Fall werden die Zugangscodes zur Befragung über den Verband verteilt.  

Ziel der Befragung ist eine Bewertung der genossenschaftlichen Prüfungsverbände durch die Mitgliedsgenossenschaften im Kontext der §§ 53 und 54 GenG. Dazu werden im Untersuchungsteil 3 öffentlich verfügbare Daten aus der Bilanz der Genossenschaft mit der Summe aller Verbandskosten verknüpft.

Gleichzeitig werden Kosten und Nutzen sowie Erwartungen und tatsächlich erbrachte Leistungen in Form einer GAP Analyse gegenübergestellt. Der Pretest, eine Voruntersuchung, ist abgeschlossen. Das Meinungsspektrum ist vielfältig und reicht von: „Die 53ziger Prüfung ist eine wertvolle Unterstützung für unsere Genossenschaft und ihr Geld wert.“ oder “ …ist eine unverzichtbare interne Revision.“ Das andere Extrem …es handelt sich um eine Art Stempelgebühr, die unsere Genossenschaft nur belastet.“ “ Eine solche Prüfung ist auch immer mit einem hohen internen Aufwand verbunden, wir müssen uns mit dem Prüfer Gutstehen.“ Die meisten Genossenschaften wollen einfach in Ruhe gelassen werden.Das stimmt uns bedenklich. Der Prüfungsbericht wird für die Generalversammlung benötigt und dann abgeheftet. Fehlende einheitliche Prüfungsstandards – selbst innerhalb eines Verbands, werden konkret bemängelt. Ebenso fehlende Möglichkeiten der Mitsprache. Ein Dialog auf Augenhöhe ist von den Verbänden anscheinend nicht erwünscht. Entscheidend ist offensichtlich auch die soziale Kompetenz der Prüferin / des Prüfers. Die Forderung nach mehr Macht und Einfluss für die Verbände wird mehrheitlich abgelehnt. Es wird jedoch gefordert, dass die Verbände viel effektiver kontrolliert werden und nicht die Genossenschaften. 

53ziger Prüfung GenG
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